Steinmarder

Steinmarder Lebensweise

Der Steinmarder (Martes foina) zählt zu den häufigsten Wildtieren im Siedlungsraum. Als ausgeprägter Kulturfolger besiedelt er Wohngebäude, Industrieanlagen, Lagerhallen, Verwaltungsgebäude und Dachräume. Durch Lärm, Verunreinigungen sowie Schäden an Dämmungen, Installationen und Fahrzeugen kann der Steinmarder erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Besonders für Gebäudeverwaltungen, Industrieunternehmen und Betreiber gewerblicher Immobilien ist ein professionelles Mardermanagement von großer Bedeutung.

Natürliche Verbreitung des Steinmarders

Der Steinmarder ist in nahezu ganz Europa sowie in Teilen Vorder- und Zentralasiens verbreitet. Ursprünglich lebte er in felsigen Landschaften, Steinbrüchen und strukturreichen Kulturlandschaften. Heute gilt er als einer der erfolgreichsten Kulturfolger Europas.

Er kommt in Deutschland flächendeckend vor. Durch seine hohe Anpassungsfähigkeit gelingt ihm die Besiedlung ländlicher Regionen ebenso wie die Besiedlung dichter Wohngebiete, Gewerbeparks und Industrieareale.

Lebensraum in der Großstadt

Städte bieten dem Steinmarder optimale Lebensbedingungen. Dachböden, Zwischendecken, Hallendächer, Garagen, Technikräume und Nebengebäude ersetzen natürliche Felsspalten als sichere Tagesverstecke.

Besonders attraktiv sind:

  • Industriegebäude
  • Logistikzentren
  • Verwaltungsgebäude
  • Mehrfamilienhäuser
  • Wohnanlagen
  • Tiefgaragen
  • Lagerhallen
  • Dachstühle

Das ganzjährig verfügbare Nahrungsangebot sowie wenige natürliche Feinde führen dazu, dass der Marder im urbanen Raum häufig kleinere, dauerhaft besetzte Reviere bilden.

Beschreibung Steinmarder

Der Steinmarder erreicht eine Körperlänge von etwa 40 bis 55 Zentimetern und besitzt einen 20 bis 30 Zentimeter langen buschigen Schwanz. Erwachsene Tiere wiegen zwischen 1 und 2,5 Kilogramm.

Typisch sind:

  • braungraues Fell
  • weißer, meist gegabelter Kehlfleck
  • schlanker, äußerst beweglicher Körper
  • hervorragende Klettereigenschaften
  • große Sprungkraft
  • ausgezeichnetes Hör- und Geruchsvermögen

Bereits wenige Zentimeter breite Öffnungen reichen aus, damit Steinmarder in Gebäude eindringen können.

Lautäußerung Steinmarder

Steinmarder verfügen über ein vielfältiges Lautrepertoire so sind während der Paarungszeit sind häufig laute Schreie, Kreischen oder Fauchen zu hören. Jungtiere geben hohe Fiep- und Bettellaute von sich.

In Gebäuden fallen jedoch vor allem die typischen Lauf-, Kratz-, Spring- und Poltergeräusche auf. Diese treten überwiegend nachts auf und führen regelmäßig zu Beschwerden von Bewohnern oder Nutzern gewerblicher Immobilien.

Lebensweise

Der Steinmarder ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag in geschützten Verstecken.

Er lebt als Einzelgänger und markiert sein Revier mit Duftstoffen und Kot und innerhalb seines Reviers nutzt er mehrere Ruheplätze und feste Laufwege.

Über Regenfallrohre, Fassaden, Bäume, Rankhilfen oder benachbarte Gebäude erreicht er Dächer und Dachstühle problemlos. Aufgrund seiner ausgezeichneten Kletterfähigkeiten kann er auch schwer zugängliche Gebäudebereiche besiedeln.

Ernährung

Der Steinmarder ist ein anpassungsfähiger Allesfresser. Sein Speiseplan verändert sich im Jahresverlauf.

Zur Nahrung gehören unter anderem:

  • Mäuse
  • Ratten
  • Vögel
  • Vogeleier
  • Insekten
  • Amphibien
  • Reptilien
  • Beeren
  • Obst
  • Fallobst
  • Lebensmittelreste

Das vielseitige Nahrungsangebot in Städten trägt wesentlich zur erfolgreichen Besiedlung urbaner Lebensräume bei.

Vermehrung

Die Paarungszeit liegt zwischen Juni und August. Charakteristisch für den Steinmarder ist die sogenannte Keimruhe. Erst im Winter entwickelt sich der Embryo weiter.

Zwischen März und April bringt das Weibchen meist zwei bis vier Jungtiere zur Welt. Diese bleiben mehrere Wochen im Wurfversteck und werden bis zum Sommer selbstständig.

Bejagung und jährliche Jagdstrecke

Der Steinmarder unterliegt in Deutschland dem Jagdrecht. Jagdzeiten und Schonzeiten werden durch die jeweiligen Landesjagdgesetze geregelt.

Die jährliche Jagdstrecke beträgt bundesweit durchschnittlich etwa 40.000 bis 70.000 Tiere. Trotz dieser Bejagung gelten die Bestände als stabil. Insbesondere im Siedlungsbereich hat die Jagd nur begrenzten Einfluss auf die Population, da sich Steinmarder hervorragend an urbane Lebensräume angepasst haben.

Schäden und Probleme durch Steinmarder im urbanen Raum

Steinmarder verursachen in Wohngebäuden, Industrieanlagen und Gewerbeimmobilien regelmäßig erhebliche Schäden.

Zu den häufigsten Problemen zählen:

  • Lärmbelästigung auf Dachböden und in Zwischendecken
  • Verunreinigung durch Kot, Urin und Beutereste
  • intensive Geruchsbildung
  • Beschädigung von Dämmstoffen
  • Schäden an Kabeln, Leitungen und Isolierungen
  • Marderschäden an Fahrzeugen und Maschinen
  • Hygienerisiken durch Parasiten und Krankheitserreger
  • wiederkehrende Besiedlung unzureichend gesicherter Gebäude

Gerade in Industrieunternehmen, Wohnanlagen und Verwaltungsgebäuden entstehen durch wiederkehrende Steinmarderbefälle häufig hohe Folgekosten. Eine nachhaltige Lösung besteht nicht allein in der Entfernung einzelner Tiere, sondern in der fachgerechten Analyse aller Zugänge sowie in dauerhaft wirksamen Ausschluss- und Präventionsmaßnahmen. Nur so lässt sich ein erneuter Befall langfristig verhindern.